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Umweiseln

Kennenlernen durch ein Gitter
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Eine Bienenkönigin kann fünf Jahre alt werden. Häufig nimmt die Legeleistung einer Königin bereits nach drei oder vier Jahren ab. Außerdem kann es passieren, dass eine Königin bei der Begattung relativ wenig Spermien in ihrem Vorrat sammeln konnte. Dann produziert die Königin nach zwei oder drei Jahren nur unbesamte Eier, aus denen ausschließlich Drohnenlarven schlüpfen.

Gründe für eine Umweiselung

Nimmt die Legeleistung ab oder wird eine Königin drohnenbrütig, so ist es an der Zeit, die Königin auszutauschen. Der Fachbegriff für das Austauschen der Königin ist Umweiseln.

Auch ein Volk, bei dem wir bei der Arbeit fortlaufend viel Aggressivität feststellen, sollte man umweiseln. Die erhöhte Aggressivität kann genetisch bedingt sein. Mit der Königin tauschen wir den Genpool des Volkes aus. Wir setzen eine auf Sanftmut gezüchtete Königin zu.

Stille Umweiselung

Auch ein Volk registriert, wenn die Legeleistung der Königin abnimmt. Dies kann verbunden sein, mit einer Abnahme des Königinnen-Phermons. In diesem Fall legen die Arbeiterinnen Weiselzellen an und ziehen ein oder mehrere Königinnen groß. Ein Schwärmen findet unter diesen Bedingungen nicht statt. Die ist auch ein Grund, weshalb wir als Imker oder Imkerin von der Umweiselung durch das Volk oft nicht mitbekommen. Eines Tages stellen wir bei der Durchsicht des Volkes fest, dass die Königin gar nicht gezeichnet ist. Eine stille Umweiselung durch das Volk hat stattgefunden.

Zusetzen einer Königin als Umweiselung

Völker, die keine Königin besitzen und keine Möglichkeit der Nachschaffung haben, nehmen eine zugesetzte fremde Königin meist problemlos an. Im Gegensatz dazu nehmen Völker, die eine Königin besitzen, keine fremde Königin an, sondern töten diese sofort.

Daher ist der erste Schritt beim Umweiseln, die alte Königin aus dem Volk zu entfernen. Anschließend sollten Sie mehrere Tage warten. Das Volk reagiert mit dem Anlegen von Nachschaffungszellen (Weiselprobe). Findet man nach einigen Tagen keine Nachschaffungszellen, so ist anzunehmen, dass noch eine Königin im Volk ist.

Vor dem Zusetzen einer fremden Königin werden Weisel- und Nachschaffungszellen entfernt. Entweder wird die komplette Brutwabe herausGenommen oder es werden die Zellen ausgebrochen. Die fremde Königin wird dann in einem Zusetzkäfig mit einem Verschluss aus Futterteig zwischen die Waben gehängt. Königin und Volk haben dann zwei bis drei Tage Zeit sich aneinander zugewöhnen. Das betrifft, besonders den Geruch, die Pheromone. Durch das Gitter im Käfig können die Arbeiterinnen die Königin bereits füttern. Die Königin kann sich aber vor möglichen Stichen der Arbeiterinnen durch Rückzug schützen.

Begriffe kurz und knapp

Joachim Eberhardt

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