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Kunstschwarm

Die Bildung eines Kunstschwarms ist ein vollständiger Neuanfang für ein Volk. Es ist die Art der Ablegerbildung, die der natürlichen Vermehrung des Biens durch einen Schwarm am nächsten kommt.

Die Bienen werden von ihren Waben getrennt und in eine neue Behausung, eine neue Beute, gefegt. Die Bienen müssen komplett neue Waben ausbauen. Der Kunstschwarm eignet sich daher auch zur Sanierung von Völkern mit Brutkrankheiten oder Befall mit der Varroamilbe. In den ersten Tagen ist das Volk ohne Brut und damit ist eine Behandlung mit Milchsäure gegen die Varroamilbe möglich.

Bildung des Kunstschwarms

Dazu werden Bienen in eine Beute, die ausschließlich Rahmen mit frischen Mittelwänden enthält, gefegt. Meist bleibt der Kunstschwarm zuerst ohne Königin. Ein oder zwei Honig- oder Futterwaben werden eingehängt, damit der Kunstschwarm in den ersten Tagen nicht verhungert. Alternativ kann auch Futterteig oder Flüssigfutter gegeben werden.

Königin zusetzen.

Der Kunstschwarm ist jetzt weisellos. Sie können eine begattete oder unbegattete Königin zu setzen. Dies passiert mit einem Zusetzkäfig. In diesem Käfig sitzt die Königin. Der Käfig ist mit einem Pfropfen aus Futterteig verschlossen. Er wird zwischen die Waben gehängt. Durch das feine Gitter können Arbeiterinnen und Königin Kontakt aufnehmen und sich aneinander gewöhnen. Nach ein paar Tagen ist der Futterpfropf aufgezehrt und die Königin frei.

Kellerhaft

Eigentlich suchen sich die Bienen ihre neue Behausung selber aus. In einer Schwarmtraube läuft ein Entscheidungsprozess, der einer demokratischen Abstimmung sehr nahe kommt, ab. Dieser Prozess dauert meist zwei bis drei Tage. Dann löst sich die Schwarmtraube auf und der Schwarm fliegt zur neuen Behausung.

Anders ist es beim Kunstschwarm, wo der Imker die Behausung vorgibt. Es ist durchaus möglich, dass die Bienen die Beute ablehnen und direkt wieder ausziehen würden. Das wird durch die Kellerhaft verhindern.

Es gibt mehrere Gründe für die Kellerhaft, die in den Unterschieden zwischen natürlichem Schwarm und Kunstschwarm begründet sind. Anders als bei einem natürlichen Schwarm sind die Bienen auf diese Aktion des Imkers nicht vorbereitet. Bereitet sich ein Volk auf die Bildung eines Schwarms vor, so aktivieren ein Teil der Arbeiterinnen ihre Wachsdrüsen. Unmittelbar nach Einzug in eine neue Behausung kann dann gebaut werden. Sind ausgebaute Waben vorhanden, hat ein Schwarm weniger die Neigung wieder auszuziehen.

Kurz vor dem Schwärmen füllen die Arbeiterinnen ihre Honigblasen, um das Überleben des Volkes in den ersten Tagen zu sichern.

Beim Kunstschwarm setzt der Imker ein oder zwei Futter- oder Honigwaben in die Beute, damit das Volk in den ersten Tagen nicht verhungert. Ausserdem wird für ein bis zwei Tage das Flugloch verschlossen, damit in dieser Zeit die Wachsdrüsen aktiviert werden können und die ersten Mittelwände zu Waben ausgebaut werden. Der Kunstschwarm wird sesshaft. Damit bei geschlossenem Flugloch das Volk nicht überhitzt, werden die Völker an einen kühlen Ort gestellt - daher der Begriff Kellerhaft.

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Begriffe aus dem Glossar

Bien

In der Imkerei spricht man beim Bienenvolk häufig auch von dem Bien. Der Bien ist die Gemeinschaft aller Bienen eines Volkes. Dazu gehören alle Arbeiterinnen und Drohnen, die Königin sowie die Brut. Zum Bien zählen auch alle Vorräte und der gesamte Wabenbau. Nur in dieser Gemeinschaft sind Honigbienen überlebensfähig und häufig erscheint es, dass das Volk auch wie eine Einheit, ein Organismus, reagiert.

Varroose - Varroamilbe

Unter Varroose versteht man den Befall eines Bienenvolkes mit der parasitären Varroamilbe (Varroa destructor). Die Varroamilbe lebt von der Hämolymphe der erwachsenen Biene und der Bienenbrut. Die Milbe schlüpft in den Brutzellen der Bienen. Sie besitzt eine hohe Vermehrungsrate. Die Varroamilbe wurde vor einigen Jahren eingeschleppt und ist zu einer ernsten Bedrohung für die Bienenvölker geworden.

Anfänglich wurde die Art Varroa destructor mit der Art Varroa jacobsonii verwechselt. Letztere kommt aber ausschließlich in Südostasien vor.

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