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Kommunikation und Verhalten

 

Trophallaxis - soziales Füttern

Arbeiterinnen bei der Trophallaxis
Arbeiterinnen bei der Trophallaxis

Der Austausch von Futter unter erwachsenen Tieren einer Gemeinschaft ist ein soziales Verhalten, das man bei Staaten bildenden Insekten und vielen Wirbeltieren beobachten kann. Neben der reinen Übergabe von Futter ist es eine Form der Kommunikation, da weit mehr als nur Futter ausgetauscht wird.

Tracht verteilen

Heimkehrende Sammelbienen tragen den Inhalt ihrer Honigblase in Honigzellen ein oder verfüttern ihre Tracht an andere Arbeiterinnen, die Honigmacherinnen. Diese tragen dann die Tracht in Honigzellen ein, während die Sammelbiene bereits zum nächsten Sammelflug gestartet ist (Arbeitsteilung). Es kann sich bei der Tracht auch um Wasser handeln.

Soziales Füttern

Arbeiterinnen bevorraten in ihrer Honigblase immer etwas Honig. Andere Bienen können sie anbetteln und erhalten etwas Honig. Die bettelnden Bienen sind häufig jüngere Bienen oder Drohnen.

Trophallaxis tritt in der Wintertraube und verstärkt während und unmittelbar nach dem Schwärmen auf. In der Wintertraube werden die im Innern der Traube von anderen mit Honig aus den Vorräten versorgt. Der gesamte Honigvorrat des Schwarms liegt in den Honigblasen. Bevor der Schwarm sich am neuen Standort durch Wabenbau etabliert hat, bildet die Summe der Honigblasen eine Art Futternetzwerk, aus dem sich die Bienen über Trophallaxis versorgen.

Trophallaxis
Trophallaxis

Ablauf des Verhaltens

Die Antennen haben eine zentrale Funktion bei der Futterabgabe. Eine hungrige Biene bettelt mit ihren Antennen eine Arbeiterin an. Ist diese bereit zu geben, dann holt sie einen Tropfen aus ihrer Honigblase. Der Rüssel der gebenden Arbeiterin ist zurückgeklappt und der Tropfen erscheint zwischen ihren geöffneten Kiefern (Mandibeln). Die nehmende Biene leckt den Tropfen mit ihrem Rüssel von den Mandibeln der andern ab. Die Antennen der beiden sind in permanentem Kontakt. Reißt der Kontakt ab, so wird die Futterübergabe beendet. Die gebende Biene wendet sich ab.

Soziale und kommunikative Funktion

Trophallaxis stellt eine Form der Kommunikation unter den Honigbienen dar. Durch die Beschaffenheit des Futters (Inhalt der Honigblase) werden Informationen über die Tracht ausgetauscht, wie Zuckergehalt und Geruch. Der Versorgungsgrad im Bienenvolk zeigt sich darin, wie viel eine einzelne Biene zu geben bereit ist. In einer Mangellage, wie sie bei einer Trachtlücke auftreten kann, stellt sich ein vergleichbarer Füllungsgrad in den Honigblasen aller Arbeiterinnen ein.

Während des Kontakts werden Pheromone, wie die Königinnensubstanz, weitergegeben.

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Begriffe aus dem Glossar

Arbeitsteilung
Arbeitsteilung wird wissenschaftlich als Polyethismus bezeichnet.

Bei den Arbeitsbienen herrscht Arbeitsteilung. Je nach Lebensalter fallen den Bienen unterschiedliche Aufgaben zu. Die ersten 21 Tage nach dem Schlupf arbeiten sie im Stock: Putzen, Brutpflege, Wabenbau, Honigbereitung und Wachdienst. Danach fliegen sie als Sammlerinnen aus bis zu ihrem Lebensende.

Die Arbeiterinnen halten jedoch nicht starr an einem Schema fest. Bei Bedarf werden sie dort tätig, wo sie gebraucht werden.

Drohn

Der Drohn ist die männliche Biene. Er entwickelt sich aus einem unbefruchteten Ei. In der Zeit von Mai bis Juli befinden sich einige Hundert Drohnen in einem Bienenvolk. Die einzige Aufgabe der Drohnen ist, bei der Paarung ihren Samenvorrat an eine junge Königin zu übertragen.

Der Drohn besitzt keinen Stachel. Auch seine Mundwerkzeuge sind reduziert. Der Drohn kann nur solange überleben, wie die Arbeiterinnen ihn füttern oder er sich von den Vorräten des Volks ernähren kann.

Honigblase

Die Arbeiterin (Sammelbiene) sammelt den Nektar bzw. Honigtau und speichert ihn auf dem Flug in den Stock in ihrer Honigblase. Bereits in der Honigblase beginnt die Honigreifung. Aus der Honigblase gibt die Sammelbiene den Nektar bzw. Honigtau an die Arbeiterinnen im Stock ab. Ein Teil gelangt je nach ihrem Bedarf auch in ihren eigenen Mitteldarm und dient der Ernährung mit Kohlenhydraten.

Auch die Stockbienen tauschen untereinander die Nahrung in ihrer Honigblase aus (Trophallaxis). Alle Bienen im Stock haben daher eine in etwa gleich gefüllte Honigblase.

Pheromone
gr. pherein übermitteln, überbringen
gr. horme in Bewegung setzen, antreiben, Antrieb

Pheromone sind Duft- und Lockstoffe, die ein Lebewesen abgibt. Sie dienen der Kommunikation von Lebewesen innerhalb einer Art untereinander. Sie werden daher auch als "Sozialhormone" bezeichnet. Ähnlich wie Hormone sind Pheromone bereits in einer sehr geringen Konzentration wirksam.

Im Bienenvolk dienen Pheromone dem Abstimmen des Verhaltens. Für die Bienen sind die Pheromone eine Form der Kommunikation. Sie dienen unter anderem dem Zusammenhalt des Volks und der Koordination des Schwärmens.

Sammelbiene
Die Sammelbiene wird auch Flugbiene, Trachtbiene oder kurz Sammlerin genannt.

Bei den Arbeitsbienen herrscht eine Arbeitsteilung. Die Sammelbiene ist für das Eintragen von Nektar, Honigtau und Pollen zuständig. Sie trägt auch Wasser und die Materialien für das Kittharz ein. Zur Sammlerin wird die Arbeitsbiene in der zweiten Hälfte ihre Lebens. Bei der Sommerbiene ist dies etwa der 20. bis 35. Lebenstag.

Schwärmen - Schwarm

Das Schwärmen, die Bildung eines Schwarms, dient der Vermehrung des Bien. Der Schwarm entsteht durch die Teilung eines Volkes. Ein Teil des Volkes verlässt mit der Königin die Beute. Der Schwarm sammelt sich in einer Schwarmtraube in der Nähe des alten Stockes. Spurbienen erkunden die Umgebung und suchen nach einer geeigneten Behausung. Ist diese gefunden, zieht der Schwarm in die neue Behausung ein. Der Schwarm bildet einen neuen Bien, wobei der Kontakt zum alten Stock verloren geht. Die Bienen bauen neue Waben und beginnen zu brüten. Damit hat sich der Schwarm zu einem Volk gewandelt.

Tracht
Tracht leiten sich von "tragen" ab. Den Nektar und Pollen eintragen. Tracht wird nur im Singular verwendet.

Als Tracht bezeichnet der Imker das gesamte Angebot an Pollen, Nektar und Honigtau. Das heißt, die Tracht ist die Ernährungsgrundlage, die für ein Bienenvolk aktuell zur Verfügung steht. Eine gute Tracht ist die Grundlage für eine reiche Honigernte.

Man unterscheidet nach Umfang der Tracht die Massentracht von der Läppertracht. Aus Sicht der Honigernte teilt man die Trachten je nach Jahrszeit in Frühtracht (erste Honigernte des Jahres), Sommertracht und Spättracht ein.

Trachtlücke

Mit Trachtlücke wird das Fehlen einer ausreichenden Tracht während der Vegetationsperiode bezeichnet. Natürlicherweise gibt es von März bis Oktober eine kontinuierliche Abfolge von Blühperioden der unterschiedlichen Pflanzenarten. Sie bilden das sogenannte Trachtfließband, das die Bienen versorgt.

Trachtlücken entstehen durch die Monotonie in der Landschaft. Große Flächen mit Mais oder Raps kurz vor seiner Ernte bringen keinen Nektar. Viele Feldraine und Waldränder mit einer großen Blütenvielfalt sind verschwunden.

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