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Virusinfektionen - Virosen

Viren sind infektiöse Partikel. Sie bestehen nicht aus Zellen und besitzen keinen eigenen Stoffwechsel. Einzelne Viruspartikel (Virionen) verbreiten sich in der Umwelt. Sie dringen in die Zellen eines geeigneten Wirtsorganismus ein und vermehren sich in den Zellen. Sie nutzen dazu den Stoffwechsel der Wirtszelle. Der wichtigste Teil des Viruspartikels ist seine genetische Information, sein Genom. Kann dies eingeschleust werden, so kann der Stoffwechsel infizierter Zellen zur Produktion der Viruspartikel umprogrammiert werden.

Die meisten Viren vermehren sich in den Bienen, ohne diese zu schädigen. Es handelt sich um verdeckte Infektionen, wie dies für Insektenviren typisch ist. Ausbrüche der eigentlichen Erkrankung, der Virose, sind selten und führen in der Regel nur zur Schädigung einzelner Bienen und nicht zum Zusammenbruch des betroffenen Volkes. Die einzelne Biene stirbt meist unbemerkt außerhalb der Beute.

Weibchen der Varroamilbe (Varroa destructor))
Weibchen der Varroamilbe (Varroa destructor))

Virus + Varroamilbe

Viruserkrankungen werden zur Gefahr für ein Volk in Kombination mit dem Ausbruch einer weiteren Erkrankung oder dem massenhaften Befall mit einem Parasiten. Beim einem bereits geschwächten Volk können sich die Viren massenhaft ausbreiten und vermehren.

Typisch ist dies für den Befall mit der Varroamilbe (Varroa destructor). Die Varroamilbe überträgt die Viren beim Anstechen von Biene oder Larve. Die Viruspartikel gelangen dadurch direkt in die Hämolymphe unter Umgehung einer möglichen Immunabwehr. Die Varroamilbe wird zum Vektor, zum Transportmedium, ohne dass die Milbe selbst erkrankt. Dies führt zu einer massenhaften Vermehrung der Viruspartikel in der Biene. Ein hoher Befall mit der Varroamilbe führt infolge zum Ausbruch der Virose im Volk. In Völkern ohne Varroamilbe wurde z. B. der Flügeldeformationsvirus (DWV) in 6 bis 13 % der Völker nachgewiesen. Bei mit der Milbe parasitierten Völkern stiegen die Zahl der durch DWV infizierten Bienen auf 75 bis 100 %.

Flügeldeformationsvirus, Akutes Bienenparalyse Virus und Kashmir Bienenvirus werden von der Varroamilbe übertragen. Die beste Vorbeugung und Behandlung gegen die Viren ist die konsequente Bekämpfung der Varraomilbe.

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Begriffe aus dem Glossar

Genom

Das Genom eines Lebewesens ist die Gesamtheit seines Erbgutes. Dies umfasst die vollständige vererbbare Information einer Zelle. Dazu gehören die Chromsomen aber auch die DNA und RNA, soweit sie vererbare Information codiern, ausserhalb des Zellkerns. Als Genom wird auch die DNA von Bakterien und Viren bzw. die RNA bestimmter Viren.

Das Genom enthält aller Informationen, die für die Entwicklung eines Lebewesens oder Virus erforderlich ist. Mitochondrien und Plastiden enthalten einen Teil des Genoms.

Stoffwechsel
Der wissenschaftliche Ausdruck für Stoffwechsel ist Metabolismus.

Jedes Lebewesen hat einen Stoffwechsel. Stoffwechsel steht für die Aufnahme, den Transport und die chemische Umwandlung von Stoffen in einem Organismus. Diese biochemischen Vorgänge dienen dem Aufbau und dem Erhalt der Körpersubstanz sowie der Beschaffung von Energie für den Organismus. Stoffwechsel beginnt mit der Aufnahme von Nahrung und endet mit der Abgabe von Abbauprodukten.

Mit Stoffwechsel ist generell die chemische Veränderung von Stoffen innerhalb eines Organismus gemeint.

Varroose - Varroamilbe

Unter Varroose versteht man den Befall eines Bienenvolkes mit der parasitären Varroamilbe (Varroa destructor). Die Varroamilbe lebt von der Hämolymphe der erwachsenen Biene und der Bienenbrut. Die Milbe schlüpft in den Brutzellen der Bienen. Sie besitzt eine hohe Vermehrungsrate. Die Varroamilbe wurde vor einigen Jahren eingeschleppt und ist zu einer ernsten Bedrohung für die Bienenvölker geworden.

Anfänglich wurde die Art Varroa destructor mit der Art Varroa jacobsonii verwechselt. Letztere kommt aber ausschließlich in Südostasien vor.

Viren

Viren sind sehr klein und eigentlich keine Lebewesen. Man kann von infektiösen Teilchen sprechen. Sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und sind zur Vermehrung auf Zellen von Organismen angewiesen. Viren dringen in eine Zelle ein und steuern deren Stoffwechsel so, dass die Zelle die Viren kopiert. Die infizierte Zelle stirbt ab und setzt meist tausende von Kopien des ursprünglichen Virus frei.

Viren sind Krankheitserreger, aber nicht jede Vireninfektion führt zum Auftreten von Krankheitssymptomen.

Virose

Eine Virose ist eine durch einen Virus ausgelöste Erkrankung, eine Virusinfektion. Dabei dringen Viren in einen Organismus wie Pflanze oder Tier ein und vermehren sich in den Zellen ihres Wirtes. Der Organismus reagiert meist mit den typischen Anzeichen einer Infektionskrankheit.

Eine typische Virose der Honigbiene wird durch das Flügeldeformationsvirus ausgelöst. Überträger, der sogenannte Vektor, dieses Virus ist die Varroamilbe.

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