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Flügeldeformationsvirus - Deformed Wing Virus

Flügeldeformationsvirus - Deformed Wing Virus
Flügeldeformationsvirus - Deformed Wing Virus

Das Flügeldeformationsvirus, engl. Deformed Wing Virus (DWV) infiziert Honigbienen und ihre Larven. Kommt es zum Ausbruch der Virus-Erkrankung (Virose), so treten Störungen der Entwicklung während der Metamorphose auf. Häufig verläuft eine Infektion mit dem DWV aber ohne sichtbare Symptome.

Die Übertragung des Virus erfolgt oral beim sozialen Füttern (Trophallaxis) und beim Füttern der Larven. Eine sogenannte vertikale Übertragung kann von der Königin durch die Infektion der Eier und infizierte Spermien der Drohnen erfolgen.

Symptome

Das typische, namensgebende Symptom ist gestörte Entwicklung der Flügelanlagen. Die schlupfreifen Bienen besitzen nur verkrüppelte Flügel und sind unfähig zu fliegen. Die Störungen können auch die Beine, vor allem die Hinterbeine (Lähmungen, fehlende Muskulatur) betreffen. Dann sind die Bienen nicht in der Lage sich auf der Wabe zu halten. Vereinzelt treten ein verkürztes, abgerundetes Abdomen und Fehler in der Ausfärbung des Chitins auf. Das Virus kann die sensorische Reaktion, das Lernen und das Gedächtnis der erwachsenen Biene stören.

DWV + Varroamilbe

Erst wenn die Varroamilbe als Überträgerin (Vektor) des DWV auftritt, wird es kritisch. Durch das Anstechen der Hämolymphe von Larve, Puppe oder Biene wird der Virus direkt übertragen. Keine Immunschranke muss vom Virus überwunden werden.

Aktuelle Forschungen haben gezeigt, dass die Varroamilbe den Virus nicht nur überträgt (Vektor), sondern dass der Virus sich sowohl in der Biene als auch in der Milbe repliziert. Das bedeutet, der Virus vermehrt sich in der Milbe, ohne allerdings die Milbe zu schädigen. Dies erklärt die hohe Konzentration der Virus-Partikel bei der Übertragung durch die Varroamilbe.

Verbreitung

Der DWV ist weltweit verbreitet. Außer in der Honigbiene wurde der Virus auch im gesammelten Pollen und bei Hummeln nachgewiesen. Die Varroamilbe fördert die Ausbreitung des Virus unter den Nachbarvölkern. Die beste Vorbeugung gegen den DWV ist die konsequente Bekämpfung der Varroamilbe.

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Begriffe aus dem Glossar

Metamorphose
gr. meta nach, nächst, um ;gr. morphos gestalten

Mit Metamorphose wird allgemein eine Umgestaltung, eine Verwandlung bezeichnet. In der Zoologie spricht man von Metamorphose, wenn in der Entwicklung eines Tieres vom Ei zum geschlechtsreifen Tier Zwischenstadien, Larven, auftreten.

Diese Larven können ein gänzlich anderes Aussehen besitzen als das erwachsene Tier. Die Larve vollzieht dann über das Zwischenstadium der Puppe einen vollständigen Formenwandel, die vollkommene Metamorphose (Holometabolie).

Auch ein schrittweiser Übergang, eine allmähliche Metamorphose (Hemimetabolie) ist möglich. Dabei nähern sich die Larven in ihren Stadien der Form der Imago an, ohne dass eine radikale Umwandlung in einem Puppenstadium notwendig wird.

Die Honigbienen (Apis) vollziehen einen vollständigen Formenwandel, die vollkommene Metamorphose.

Varroose - Varroamilbe

Unter Varroose versteht man den Befall eines Bienenvolkes mit der parasitären Varroamilbe (Varroa destructor). Die Varroamilbe lebt von der Hämolymphe der erwachsenen Biene und der Bienenbrut. Die Milbe schlüpft in den Brutzellen der Bienen. Sie besitzt eine hohe Vermehrungsrate. Die Varroamilbe wurde vor einigen Jahren eingeschleppt und ist zu einer ernsten Bedrohung für die Bienenvölker geworden.

Anfänglich wurde die Art Varroa destructor mit der Art Varroa jacobsonii verwechselt. Letztere kommt aber ausschließlich in Südostasien vor.

Viren

Viren sind sehr klein und eigentlich keine Lebewesen. Man kann von infektiösen Teilchen sprechen. Sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und sind zur Vermehrung auf Zellen von Organismen angewiesen. Viren dringen in eine Zelle ein und steuern deren Stoffwechsel so, dass die Zelle die Viren kopiert. Die infizierte Zelle stirbt ab und setzt meist tausende von Kopien des ursprünglichen Virus frei.

Viren sind Krankheitserreger, aber nicht jede Vireninfektion führt zum Auftreten von Krankheitssymptomen.

Virose

Eine Virose ist eine durch einen Virus ausgelöste Erkrankung, eine Virusinfektion. Dabei dringen Viren in einen Organismus wie Pflanze oder Tier ein und vermehren sich in den Zellen ihres Wirtes. Der Organismus reagiert meist mit den typischen Anzeichen einer Infektionskrankheit.

Eine typische Virose der Honigbiene wird durch das Flügeldeformationsvirus ausgelöst. Überträger, der sogenannte Vektor, dieses Virus ist die Varroamilbe.

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