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Betriebsweise und Tracht

Blüten der Edelkastanie (Castanea sativa)
Blüten der Edelkastanie (Castanea sativa)

Die Tracht in der Region beeinflusst die Betriebsweise. Frühjahr und Frühsommer sind die Zeiten, in denen die Völker die meiste Tracht des Jahres eintragen. Aus dieser Tracht legen die Völker in den meisten Gebieten bereits die Vorräte für den kommenden Winter an.

Die Frühtracht liefert auch die Ressourcen für die Teilung der Völker als Schwarm. Nach dem Schwärmen bauen die Bienen ihre Völker nicht weiter aus. Es wird weiter Tracht eingetragen, um die vorhandenen Vorräte nicht zu verbrauchen. Durch die Bienenhaltung und unsere Eingriffe, wie die Honigernte, erzeugen wir den Bedarf für das Eintragen weiterer Tracht.

Regionales Angebot an Trachtpflanzen

Die mittlere Jahrestemperatur und damit die jährliche Wärmesumme hat Einfluss darauf, welche Pflanzen dauerhaft an einem Standort vorkommen. Die Niederschlagsmenge, Bodenfeuchtigkeit und Bodenzusammensetzung sind weitere Faktoren, die die Zusammensetzung der regionalen Pflanzenwelt beeinflussen. So vertragen manche Pflanzen keine Staunässe, andere brauchen einen Mindestgehalt an Kalk im Boden.

Frühjahrsentwicklung und Dauer der Vegetationsperiode

Je höher eine Region gelegen ist, desto niedriger ist generell die mittlere Temperatur und die jährliche Wärmesumme. In höheren Lagen werden die erforderlichen Wärmesummen generell später erreicht. Auf Hochflächen kann sich der Beginn des Frühlings im Vergleich zu den tieferen Lagen um bis zu vier Wochen verspäten. Die Frühblüher entwickeln sich später und manche Wärme liebenden Pflanzen werden Sie in den Mittelgebirgen nie finden.

Blühender Apfelbaum
Blühender Apfelbaum

Frühtrachtgebiete

Es gibt typische Frühtrachtgebiete. Beispiele sind die Norddeutsche Tiefebene mit ihren gelb blühenden Rapsfeldern und Gebiete, in denen Obst gewerblich angebaut wird. In Gebieten wie dem Alten Land gibt es jedes Jahr eine Massentracht an Obstblüten. In den Rheingraben, die Oberrheinische Tiefebene, zieht der Frühling immer sehr früh ein.

Für diese Gebiete ist die Bienenrasse Carnica besonders geeignet. Carnica ist eine Frühtrachtbiene, die sich durch eine schnelle Frühjahrsentwicklung auszeichnet. Ist eine entsprechende Aufbautracht vorhanden, so wachsen diese Völker im Frühjahr schnell heran. Zu Beginn der Massentrachten wie Raps oder Obstblüte füllen diese Völker bereits zwei Zargen. Dies gilt auch für Völker aus der Kreuzung von Carnica und Ligustica, wie sie bei uns sehr verbreitet sind.

Die Folge ist eine Betriebsweise mit einer frühen ersten Honigernte, einer Sommertrachternte und einer frühen Ameisensäure-Behandlung Ende Juli. Bereits Mitte Juli beenden diese Völker den Ausbau von Waben und bereiten sich auf den Winter vor.

Blühender Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
Blühender Buchweizen (Fagopyrum esculentum)

Spättrachtgebiete

In manchen Gebieten zieht das Frühjahr nur langsam ein. Die Frühjahrsentwicklung der Trachtpflanzen erfolgt entsprechend langsam. Mitunter folgen die Blütezeiten der Frühblüher und Frühtrachtpflanzen dann sehr kurz aufeinander, komprimiert. Ein kurzes Frühjahr geht dann schnell in den Frühsommer über.

Hier sind Bienenrassen mit einer langsamen Frühjahrsentwicklung ideal. Die Völker sind auf das Eintragen einer Sommertracht angepasst. Hier verschiebt sich der Aufbau der Wintervorräte zeitlich nach hinten. Im Norden ist dies vor allem die Dunkle Honigbiene.

In den Mittelgebirgslagen findet sich häufig Grünland mit Löwenzahn, Brachland und Ödflächen mit verschiedenen Hecken und Wildkirschen. Großflächige Waldgebiete sind selten für eine Frühtracht geeignet, sondern Gebiete für die späten Trachten. Oft hofft man hier auf eine Honigtautracht im Laufe des Früh- oder Hochsommers. Der Schwarzwald ist mit seinen Tannen ein typisches Spättrachtgebiet.

Extreme Spättrachten bieten Gebiete mit Heidekraut und dem gewerblichen Anbau von Buchweizen oder Sonnenblumen. Hier haben die Völker nach der Ernte keine ausreichende Zeit für den Aufbau der Wintervorräte. Hier müssen Völker nach der späten Ernte häufig aufgegeben werden. Im Frühjahr beginnt man neu mit den Ablegern des Vorjahres.

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Begriffe aus dem Glossar

Vegetationsperiode
Die Vegetationsperiode wird auch als Vegetationszeit bezeichnet.

Die Vegetationsperiode ist der Teil des Jahres, in dem eine Pflanze wächst und sich entwickelt. In unseren Breiten wechseln sich die Vegetationsperiode im Jahreszyklus mit der Ruheperiode der Vegetationsruhe ab.

Allgemein gilt ein Tag ab +5 °C als Vegetationstag. Dies ist aber nur ein Richtwert. Jede Pflanzenart hat ihren eigenen Schwellenwert ab wann sie die Ruheperiode beendet. Wärmesumme und Tageslänge spielen dabei eine Rolle.

In anderen Regionen ist der Vegetationszyklus von Regen- und Trockenzeit abhängig.

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