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Ernten und aufbereiten

 
 

Muss ich den Honig ernten?

Nein, Sie müssen nicht. Es gibt einige Leute, die einfach nur Bienen in ihrem Garten halten wollen. Sie wollen die Honigbienen unterstützen und erfreuen sich daran, die Bienen im Garten zu beobachten.

Betriebsweise ohne Honigentnahme

Und was passiert dann, wenn Sie keinen Honig entnehmen? Also zumindest die Bienen machen einfach weiter wie bisher.

Etwas muss an dieser Stelle betont werden: Die Honigernte ist nur ein kleiner Teil der Imkerei. Die Haltung von Bienen umfasst viele Tätigkeiten und heißt Verantwortung tragen für die Bienenvölker. Auch bei einer Bienenhaltung ohne Honigernte muss man sich regelmäßig um seine Völker kümmern.

Überwintern auf dem eigenen Honig

Entnimmt man keinen Honig, so überwintern die Bienen auf dem Honig, den sie im Sommer eingetragen haben. Besonders wenn dieser Sommerhonig zu großen Anteilen aus Honigtau bereitet wurde, kann dies zu Komplikationen bei der Überwinterung führen. Honigtau enthält mehr Ballaststoffe als Blütenhonig. Ein Viel an Ballaststoffen führt zur schnellen Füllung der Kotblase der Bienen. Zum Ende des Winters ohne die Möglichkeit zu einem Reinigungsflug kann dies zu einem Abkoten der Bienen in der Beute führen. Dies führt zur Verunreinigung der Beute und fördert den Ausbruch der nicht infektiöse Ruhr.

Fast alle Honigtauhonige enthalten den Dreifachzucker Melezitose. Er hat die Eigenschaft sehr schnell auszukristallisieren. Vor allem in Süddeutschland treten Fälle auf, bei denen der Anteil an Melezitose im Honig so hoch ist, dass er zu einem Problem wird. Der Honig kristallisiert mitunter bereits in den Waben und kann von den Bienen nicht wieder verflüssigt werden. Man spricht auch von Zementhonig. Die Bienen hungern, obwohl gefüllte Honigwaben vorhanden sind.

Schwarmneigung

Entnimmt man den Bienen im Mai oder Juni keinen Honig, so stehen den Völkern mehr Ressourcen zur Verfügung als bei einer Betriebsweise mit Honigernte. Die Völker wachsen stärker und neigen daher vermehrt zum Schwärmen.

Kontrollen und Varroa-Bekämpfung

Auch bei einer Betriebsweise ohne Honigentnahme muss man seine Völker regelmäßig kontrollieren. Geht es den Völkern gut? Besteht Gefahr, dass die Völker verhungern? Sind Krankheiten oder Parasiten im Volk?

Besonders wichtig ist eine regelmäßig durchgeführte Kontrolle auf die Varroamilbe und eine Bekämpfung der Milbe. Dies gilt auch für die Besitzer einer Bienenkiste oder einer anderen alternativen Beutenform zur extensiven Bienenhaltung.

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Begriffe aus dem Glossar

Betriebsweise

Die Betriebsweise ist die Art der Handhabung der Bienenvölker. Die Betriebsweise ist die Zusammenfassung aller Tätigkeiten eines Imkers oder einer Imkerin an den Bienenvölkern über das Jahr. Es gibt unterschiedliche Betriebsweise, die sich regional unterscheiden. Die Tätigkeiten innerhalb der Bienenhaltung müssen an die klimatischen Bedingungen und an die regionale Tracht angepasst werden. Ebenso gibt es unterschiedliche Betriebsweise aufgrund der Zielsetzung der Imkerei: Standimkerei, Wanderimkerei oder Bestäubungsimkerei.

Beute

Als Beute bezeichnet der Imker, die bei der Imkerei verwendete künstliche Behausung der Bienen. Es gibt unterschieldliche Formen der Beute: Ursprüngliche Formen sind die Klotzbeute (ausgehöhlter Baumstamm) und die Strohbeute (der Bienenkorb). Heutzutage wird vor allem die Magazinbeute, die aus einer oder mehreren Zargen zusammen gesetzt wird, verwendet.

Honigtau

Als Honigtau werden die Ausscheidungen bestimmter, pflanzensaugender Insekten (Blatt- und Rindenläuse, Zikaden) bezeichnet. Diese nehmen aus den Pflanzensäften einen Überschuss an Zuckern auf. Der Überschuss wird ausgeschieden und sammelt sich als winzige Tröpfchen, wie süßer Tau, auf den Nadeln oder Blättern der Bäume. Manche nennen den Überzug auch Blatthonig. Wenn Bienen diesen Honigtau aufsammeln, entsteht daraus der Waldhonig (Honigtauhonig).

Honigtauhonig
Honigtauhonig wird auch als Waldhonig bezeichnet.

Dies ist ein Honig, der hauptsächlich von Ausscheidungen pflanzensaugender Insekten (Hemiptera) aus lebenden Teilen von Pflanzen oder von Absonderungen lebender Pflanzen stammt. Honigtau sammeln die Bienen meist von Bäumen, deshalb heißt dieser Honig auch Waldhonig. Dieser Honig enthält weniger Glukose als Blütenhonig und bleibt länger flüssig.

Honigwabe

Eine Honigwabe enthält ausschließlich Honig. Die Wabe ist frei von Brut und eingelagertem Futter. Nur diese Waben eignen sich zum Schleudern und damit zur Ernte des Honigs.

Melezitose
Melezitose wird auch Melizitose geschrieben; im Engl. auch melicitose

Melezitose ist ein Dreifachzucker. Er besteht aus 2 Molekülen Glukose, die durch ein Molekül Fruktose miteinander verbunden sind. Die Melezitose kommt häufig im Honigtau vor. Er hat die Eigenschaft früh auszukristallisieren. Honige mit einem hohen Anteil Melezitose können mitunter nicht geschleudert werden, weil sie bereits in der Wabe kristallisiert sind. Eine geringe Menge an Melezitose gibt einem Waldhonig einen sehr typischen, vollen Geschmack.

Melezitose sollte nicht mit einem anderen Zucker, der Melibiose, verwechselt werden.

Reinigungsflug

Als Reinigungsflug wird der erster Flug einer Biene nach der Winterruhe bezeichnet. Dabei entleert die Biene ihren Darm.

Ruhr

Als Ruhr wird in der Imkerei der Durchfall bei Bienen bezeichnet. Der Durchfall wird nicht durch einen Erreger ausgelöst. Es ist daher keine ansteckende Bienenkrankheit. Ursachen sind vielfältig. Ungeeingetes Futter, Stocknässe und Belastung durch andere Erkrankungen des Volkes gehören dazu.

Varroose - Varroamilbe

Unter Varroose versteht man den Befall eines Bienenvolkes mit der parasitären Varroamilbe (Varroa destructor). Die Varroamilbe lebt von der Hämolymphe der erwachsenen Biene und der Bienenbrut. Die Milbe schlüpft in den Brutzellen der Bienen. Sie besitzt eine hohe Vermehrungsrate. Die Varroamilbe wurde vor einigen Jahren eingeschleppt und ist zu einer ernsten Bedrohung für die Bienenvölker geworden.

Anfänglich wurde die Art Varroa destructor mit der Art Varroa jacobsonii verwechselt. Letztere kommt aber ausschließlich in Südostasien vor.

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