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Befall durch die Varroamilbe - Varroose

Varroamilbe auf Arbeiterin
Varroamilbe auf Arbeiterin

Seit Mitte der 90er Jahre hat sich die Varroamilbe (Varroa destructor) in Europa zu einer Bedrohung der Bienenvölker entwickelt. Die Varroamilbe parasitiert die Bienenvölker. Sie lebt auf den erwachsenen Honigbienen und vermehrt sich in der Brut.

Krankheitsverlauf / Schadbild

Die Milbe ernährt sich von der Hämolymphe der Biene, ihrer Larve und Puppe. Durch den Entzug der Körpersubstanz (Hämolymphe) während der Metamorphose schädigt die Milbe die Puppe in ihrer Entwicklung. Es schlüpft eine kleine, geschwächte Biene. In der Phase der Vorpuppe hat sich ein großer Teil des Larvengewebes aufgelöst und die meisten Eiweiße befinden sich in der Hämolymphe. Während der Metamorphose wird das Gewebe der Puppe und der sich daraus entwickelnden adulten Bienen aufgebaut. In dieser Phase wird die sich entwickelnde Biene besonders stark durch die sich entwickelnden Nymphen (Larven) der Varroamilbe geschädigt.

Die Milbe überträgt mit ihrem Speichel Krankheitskeime auf Biene und Brut. Die Milbe überträgt Viren, wie das Flügeldeformationsvirus. Generell besteht die Gefahr, dass durch die Schwächung eines Volkes die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Dadurch fördert die Varroamilbe den Ausbruch latent im Volk vorhandener Erkrankungen.

Tote Puppe eines Drohnen
Tote Puppe eines Drohnen

Übertragung / Verbreitung

Die Milbe benutzt die Biene als Transportvehikel. In der phoretischen Phase lebt die Milbe auf einer Arbeiterin. Meist versteckt sich die Milbe zwischen den Bauchplatten (Sternite) des Abdomens. Hier erreicht die Milbe mit ihrem Stechrüssel die weiche Intersegmentalhaut. Dies ist die einzige Stelle, an der die Milbe die adulte Biene anstechen kann. In dieser Position zwischen den Bauchplatten überdauert die Milbe die brutfreie Winterruhe des Bienenvolkes. Die Milbe kann sich nicht vermehren, aber verhungert auch nicht.

Ist die Arbeiterin eine Flugbiene, so gelangt die Milbe aus dem Stock heraus. Bei einem Kontakt mit einer Biene eines anderen Volkes, zum Beispiel auf einer Blüte kann die Milbe die Biene und damit das Volk wechseln. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich Bienen verfliegen. Gerade wenn mehrere Beuten direkt nebeneinander stehen, ist dies gar nicht so selten. Beim Besuch des fremden Volkes springt die Milbe über. Im Hochsommer treten Trachtlücken auf und es kommt verstärkt zu Räubereien der Völker untereinander. Besonders wenn man unachtsam ist bei der Wintereinfütterung, kann es zu heftigen Räubereien von benachbarten Völkern kommen. Dies ist immer eine Gelegenheit zum Austausch einiger Varraomilben. Werden erfolgreich behandelte Völker auf diesem Wege wieder mit der Milbe infiziert, spricht man von Reinvasion oder Reinfektion. Deshalb sollte im Herbst immer eine zweite Behandlung mit Ameisensäure erfolgen.

Abgetötete Varroamilben auf einer Puppe
Abgetötete Varroamilben auf einer Puppe

Behandeln und Vorbeugen

Es ist ein effektives Konzept zur Behandlung der Varroose entwickelt worden. Es besteht aus einer Kombination von biotechnischen und chemischen Behandlungsverfahren:

  • Entnahme von Drohnenbrut im Frühjahr
  • Ameisensäure im Hochsommer / Frühherbst
  • Oxalsäure im Winter

Detaillierte Anleitungen finden Sie auf der Seite zur Varroabehandlung und im Kapitel Imkerjahr.

Eine ausführliche Anleitung zum Integrierten Behandlungskonzept finden Sie im Online-Kurs Die Varroamilbe und ihre Behandlung.

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Begriffe aus dem Glossar

Metamorphose
gr. meta nach, nächst, um ;gr. morphos gestalten

Mit Metamorphose wird allgemein eine Umgestaltung, eine Verwandlung bezeichnet. In der Zoologie spricht man von Metamorphose, wenn in der Entwicklung eines Tieres vom Ei zum geschlechtsreifen Tier Zwischenstadien, Larven, auftreten.

Diese Larven können ein gänzlich anderes Aussehen besitzen als das erwachsene Tier. Die Larve vollzieht dann über das Zwischenstadium der Puppe einen vollständigen Formenwandel, die vollkommene Metamorphose (Holometabolie).

Auch ein schrittweiser Übergang, eine allmähliche Metamorphose (Hemimetabolie) ist möglich. Dabei nähern sich die Larven in ihren Stadien der Form der Imago an, ohne dass eine radikale Umwandlung in einem Puppenstadium notwendig wird.

Die Honigbienen (Apis) vollziehen einen vollständigen Formenwandel, die vollkommene Metamorphose.

Varroose - Varroamilbe

Unter Varroose versteht man den Befall eines Bienenvolkes mit der parasitären Varroamilbe (Varroa destructor). Die Varroamilbe lebt von der Hämolymphe der erwachsenen Biene und der Bienenbrut. Die Milbe schlüpft in den Brutzellen der Bienen. Sie besitzt eine hohe Vermehrungsrate. Die Varroamilbe wurde vor einigen Jahren eingeschleppt und ist zu einer ernsten Bedrohung für die Bienenvölker geworden.

Anfänglich wurde die Art Varroa destructor mit der Art Varroa jacobsonii verwechselt. Letztere kommt aber ausschließlich in Südostasien vor.

Viren

Viren sind sehr klein und eigentlich keine Lebewesen. Man kann von infektiösen Teilchen sprechen. Sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und sind zur Vermehrung auf Zellen von Organismen angewiesen. Viren dringen in eine Zelle ein und steuern deren Stoffwechsel so, dass die Zelle die Viren kopiert. Die infizierte Zelle stirbt ab und setzt meist tausende von Kopien des ursprünglichen Virus frei.

Viren sind Krankheitserreger, aber nicht jede Vireninfektion führt zum Auftreten von Krankheitssymptomen.

Vorpuppe

Ist die Entwicklung und das Wachstum der Larve abgeschlossen, tritt sie in das Stadium unmittelbar vor der Puppe ein. Die Larve wird zur Streckmade und anschließend zur Vorpuppe. Die Spinndrüsen der Larve sind ausgereift. Die Streckmade spinnt sich in einen Kokon ein. Zu dieser Zeit verschließen die Arbeiterinnen die Brutzelle mit einem Wachsdeckel. Anschließend beginnt der Abbau der inneren Struktur der Larve, um Material freizusetzten für den Aufbau der Puppe. Dieser empfindliche Übergangszustand wird als Vorpuppe bezeichnet.

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